Mensch, was alles in dir steckt!


Blitzgarden Cartoon für Menschenkenner-Mkt. Oli Kock: Evolution & Hybris des Menschen

Zwei Herzen - ach - schlagen in unserer Brust. Denn die Natur des Menschen beinhaltet  die biologische Evolution ebenso wie die kulturelle Evolution.  Da diese beiden Entwicklungen sich jedoch in extrem unterschiedlichen Geschwindigkeiten vollziehen, vergessen wir oft: der Mensch ist ein bio-kulturelles Wesen. Das birgt eine gewisse Schizophrenie.



Willkommen im Anthropozän!

 

Getreu der berühmten Bibelworte hat sich der Mensch die Erde tatsächlich untertan gemacht. Er begreift sich – zumindest in unseren kulturellen Breitengraden – längst nicht mehr als Teil der Natur. Die Krone der Schöpfung scheint sich von Mutter Natur abgenabelt zu haben.

 

Obwohl wir natürlich wissen, das wir nicht eines schönen Tages wie ein Meteorit vom Himmel gefallen sind, agieren wir, als hätten wir nicht etliche Jahrtausende eines evolutionären Prozesse auf dem Buckel.

 

Homo sapiens sapiens existiert zwar maximal 200 000 Jahre, der archaische Homo sapiens 400 000 Jahre.

 

Jedoch sind Verhaltensweisen und Denkweisen und jede Menge Wesenszüge unserer Gattung bedeutend älter.

 

Denn von Nix kommt Nix.

 

Im Grunde beginnen die irdischen  Voraussetzungen für unsere Existenz bereits vor  3,8 Milliarden Jahren, als die ersten Bausteine des Lebens in den Ur-Ozeanen aus organischen Verbindungen entstanden.

 

Einzeller, Mehrzeller und immer komplexere Lebewesen.

Die ersten Knochenfische, ausgestattet mit einem Skelett, bevölkerten die Meere vor 400 Millionen Jahren. Aus ihnen entwickelten sich 40 Millionen Jahre später die Amphibien. Die Reptilien nabelten sich schließlich ganz vom Ozean ab.



 

 

Aus ihnen entwickelten sich vor 200 Millionen Jahren die Säugetiere, klein und unscheinbar. Die ersten Primaten turnten vor 55 Millionen Jahren durchs Geäst.

 

Wir Menschen tragen alle Teile dieser Evolutionsphasen als Vermächtnis in uns. Wir sind das reinste Evolutions-Patchwork. Sei es der Bau unseres Skeletts, unsere Haut, die Augen, unsere Hände oder Haare, unsere Sinne und unser Gehirn und Bewusstsein – wir sind ein faszinierendes Produkt eines viele Millionen Jahre dauernden Entwicklungsprozesses.

 

Natürlich veränderte sich innerhalb dieser immensen Zeitspanne nicht nur unser Körper – auch unser Verhalten ist das Ergebnis einer Phylogenese des Menschen, der 95 Prozent seiner Entwicklungszeit als Wildbeuter lebte.

 

Von etwa 8 Millionen Jahren trennte sich die Abstammungslinie des Menschen von der Abstammungslinie der Schimpansen und Gorillas.

Die Gattung Homo erschien mit Homo rudolfensis und Homo habilis vor 2,5 Millionen Jahren auf der Bildfläche.

Insgesamt existierten nach heutigen Erkenntnissen 22 Arten, die zur Menschenfamilie gezählt werden – wir sind die einzigen Überlebenden.

 

Seine Wiege Ostafrika verließ der Mensch in Gestalt von Homo erectus erst vor 50 000 Jahren um sich schließlich auf dem gesamten Erdball auszubreiten

 

Menschenkenner-Mkt. Evolution des Menschen Cartoon Nick Blitzgarden

Ackerbau, Viehzucht und die ersten Städte sind gerade mal 12 000 Jahre alt – und Großstädte wie wir sie heute kennen, gab es bis vor 200 Jahren nicht.

 

Auch unser Gehirn hat sich mächtig entwickelt. Durch eiweißreiche und gekochte, und damit besser verdauliche Nahrung wurde es größer und stockte immer neue Hirn-Areale auf die bereits vorhandenen archaischen Bereiche, die wir zum Beispiel mit den Reptilien teilen. Und es ist alles noch da. Es ist nicht so, dass alte Hirnareale abgeschaltet wurden als sich neue wie der Frontallappen im Großhirn, den nur wir Säugetiere besitzen, entwickelte.

Dieses Konglomerat aus alt und neu wirkt sich aus auf unser Denken und Handeln, bestimmt unsere Wahrnehmung und unsere Motivationen. Und bringt uns zuweilen ganz schön in die Bredouille.

Der moderne Mensch ist ein biokulturelles Wesen - ein Produkt der biologischen Evolution und kulturellen Evolution.

Während die biologische Evolution vor sich hin bummelt – unser Gehirn hat sich seit etwa 100 000 Jahren nicht mehr verändert und wähnt sich noch in der Steinzeit – vollzieht sich die kulturelle Evolution dagegen im Sauseschritt.

 

Die Handlungen und Sichtweisen, die Leidenschaften und Abneigungen des Menschen können wir also nur verstehen, wenn wir auf der anderen Seite unser evolutionäres Erbe UND die Bedingungen der Kultur und der jeweiligen Gesellschaft in der wir leben, als wichtige Wirkungsfaktoren auf den Menschen begreifen.

 

Und das ist für Markenführung, Werbung und Marketing, in denen der Mensch und dessen Wesensart die tragenden Rollen spielen, die Perspektive, die es unbedingt einzunehmen gilt!


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