Positive Vorurteile für die Markenführung nutzen


Blitzgarden Cartoon für Menschenkenner-Mkt. Oli Kock: Hirn als Revolverheld
Das Gehirn zieht schneller als man denkt!

Haben Sie Vorurteile? Nein? Dabei sind Vorurteile so menschlich. Wir nutzen sie ständig - negative ebenso wie positive. Und wir sollten diese zutiefst menschliche Eigenschaft auch für die Markenführung und Markenkommunikation nutzen. Denn eine kraftvolle Marke ist nichts anderes als ein positives Vor-Urteil!



So wie der Mensch nicht nicht kommunizieren kann, kann das Gehirn nicht nicht bewerten.

 

Unser Gehirn sucht immer nach Mustern in den Dingen. Es kategorisiert und ordnet ein. Das nennt man Schubladendenken und es ist ein wichtige, wenn auch häufig fatale Eigenschaft der menschlichen Spezies. Warum? Dem Gehirn geht es einzig und allein um Schnelligkeit – daher fällt es auch immer wieder auf Stereotype herein. Denn im Schnellschuss-Verfahren spart unser Denkapparat wertvolle Zeit. Und nur auf diese Weise lässt sich die schier überwältigende Komplexität der Wirklichkeit organisieren. Nur dadurch können wir überhaupt Entscheidungen treffen entscheiden. Nur so sind wir zu Handlungen fähig.

 

Besser schnell als tot! Unser Steinzeitgehirn lässt sich da nicht lumpen. So schnell wie möglich will es herausfinden, ob das Gegenüber Freund oder Feind, das Resultat positiv oder negativ ist. Reagiere ich mit Angriff, Verteidigung oder stelle ich mich lieber tot. Das Gehirn ist nicht gerecht. Es ist nicht politisch korrekt. Es zieht schnell, ist aber kein Scharfschütze. Unser Denkapparat neigt daher zu kognitiven Verkürzungen, den sogenannten Heuristiken. Eben Vorurteile. Diese können in Bruchteilen von Sekunden gefällt werden. Baguette unterm Arm. Klar: Franzose. Melone und Zwirbelbart: Ein Brite, ist es nicht!? Rotes Halstuch und gestreiftes Shirt – Italiener.

 

Werbespots sind voll von diesen hirngerechten Vereinfachnungen!

 

Das Fatale: wurde das Vor-Urteil - wichtig: es gibt negative und positive Vorurteile - erst einmal gefällt, bauen die folgenden Wahrnehmungen und Werturteile immer auf dieser Basis auf. Das Vorurteil verfestigt sich und irgendwann wird es nicht mehr hinterfragt. Es ist Teil des Common Sense geworden. Nun ist ein Baustein unserer Wirklichkeit. Wie der Volksmund sagt: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck! Und daher leben wir in einer Welt, in der Deutsche pünktlich, Franzosen romantisch und (Tätää) Rheinländer Frohnaturen sind!

 

Marke ist positives Vorurteil! Auch Marke ist Vorurteil. Und für eine Marke, die uns anmacht hegen wir ein positives Vorurteil. In den wenigsten Fällen sind wir Experten. Wir reden es uns gern ein – aber die meisten Dinge können wir nicht wirklich beurteilen. Ob High-Tech-Smartphone oder ein Stück Seife. Keine Ahnung was da drin ist. Ich weiß nicht, was für Bestandteile in meinem Nachhaltigkeits-Bio-Jogurt mit irgendwelchen rechtsdrehenden (was bedeutet das? ist das überhaupt politisch korrekt? kann man die resozialisieren?) Milchsäure-Dingsbums ist – aber mein positives Vorurteil gegenüber einer bestimmten Marke leitet mich und bedeutet mir: Nicht nur gesund – sondern auch noch schmackhaft! Da kannst du dich drauf verlassen. Positives Vorurteil bedeutet Vertrauen!

 

Das positive Vorurteil bekommt eine Marke aber nicht geschenkt. Und es muss immer wieder aufs neue bestätigt werden. Es verfestigt sich im Bewusstsein der Menschen durch eine hervorragendekontinuierliche, selbstähnliche Leistung und – ganz wichtig – deren adäquaten Kommunikation. Eine für den einzelnen Menschen jeweils relevante Leistung, die bestimmte Lebensknappheiten bedient und sich von den Wettbewerbern abhebt. Und die sich memetischMeme sind kulturelle Inhalte, Ideen, Überzeugungen etc. - im kollektiven Bewusstsein der Menschen fortpflanzt. So generiert die Marke einen Kundenstamm, der als Energielieferant und Verkörperung der Marke-Idee deren Überleben sichert. Ein Win-Win-Bündnis!

 

Das ist ein Prinzip aller Marken. Unternehmens-Marken, Produkt-Marken, Persönlichkeits-Marken.

Durch eine einzigartige Leistung und der entsprechenden Kommunikation dieser Werte wird eine Marke zum herausragenden Fels in der Produkt-Landschaft. Und schenkt uns dadurch Orientierung und Sicherheit.

Ohne Marken, denen wir aufgrund einer Leistung , die in bestimmte Signale und Reize übersetzt wurde, positive Eigenschaften zuschreiben (das positive Vorurteil), würden wir kapitulieren vor all den Formen, Farben, Sounds, Slogans die in jedem Augenblick auf uns einprasseln.

 


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